Zum Hauptinhalt springen

22.11.2025

Existentielle Vakuum

Das existentielle Vakuum – wenn „eigentlich ist alles okay“ sich leer anfühlt

Kennst du das?
Von außen passt vieles: Job, Wohnung, vielleicht Familie, Hobbys.
Und innerlich ist da trotzdem dieses diffuse Gefühl von Leere, Langeweile, „wofür das alles?“.

Viktor Frankl nannte das „existentielles Vakuum“ – eine innere Leere, die entsteht, wenn der Mensch keinen Bezug mehr zu Sinn und innerer Ausrichtung findet.
Nicht weil „zu wenig los“ wäre, sondern weil das Wozu fehlt.


Eine alte Geschichte: Der König und die leere Schale

Es war einmal ein König, der alles hatte:
Reichtum, Macht, ein volles Programm, Feste, Termine, Menschen um ihn herum.

Und doch konnte er nachts nicht schlafen.
Er dachte:
„Ich habe alles, was man haben kann – warum fühle ich mich so leer?“

Er ließ die weisesten Ratgeber des Landes kommen.
Einer riet zu noch mehr Erlebnissen, ein anderer zu neuen Eroberungen, ein dritter zu Ablenkung und Vergnügen.
Der König probierte alles – und die Leere blieb.

Eines Tages hörte er von einem alten Töpfer, der „Antworten für müde Herzen“ haben sollte.
Neugierig besuchte er ihn.

„Mach mir etwas, das mich endlich erfüllt“, verlangte der König.

Der Töpfer nickte, schwieg und formte schweigend eine Schale aus Ton.
Sorgfältig, konzentriert, mit ruhigen Händen.
Als die Schale fertig war, reichte er sie dem König.

Der König schaute verwirrt hinein.
„Die ist ja leer!“

Der Töpfer lächelte:
„Genau deshalb ist sie wertvoll.
Ihr Sinn liegt nicht im Ton – sondern in dem, womit du sie füllst.“

Der König wurde still.
Zum ersten Mal merkte er:
Er hatte sein Leben mit Terminen gefüllt – aber nicht mit Sinn.


Was diese Geschichte mit uns heute zu tun hat

Das existentielles Vakuum zeigt sich oft so:

  • „Ich funktioniere – aber ich lebe nicht wirklich.“

  • „Ich habe so viel, und trotzdem bin ich innerlich leer.“

  • „Ich lenke mich ständig ab, weil ich die Stille nicht aushalte.“

  • „Ich weiß, was ich tun muss – aber nicht mehr, wofür ich lebe.“

Wir versuchen die Leere zu füllen mit:

  • Mehr Arbeit

  • Mehr Konsum

  • Mehr Unterhaltung

  • Mehr „Busy-Sein“

Doch wie beim König bleibt die Schale innen leer, wenn der Sinn fehlt.

Frankl würde sagen:
Nicht wir fragen nach dem Sinn des Lebens –
das Leben stellt uns Fragen.
In jeder Situation:
Wie antworte ich?
Wofür stehe ich auf?
Wofür setze ich meine Talente ein?


Erste Schritte aus dem Vakuum

Du musst nicht sofort „den großen Lebenssinn“ finden.
Oft beginnt es viel kleiner:

  • Wem nützt das, was ich heute tue – auch im Kleinen?

  • Wo kann ich einen Unterschied machen – genau da, wo ich bin?

  • Was berührt mich wirklich – jenseits von Erwartungen und Rollen?

Sinn ist nicht immer spektakulär.
Manchmal ist er ganz leise:
In einem ehrlichen Gespräch, in echter Begegnung, in einem Schritt der Verantwortung, den niemand applaudiert – außer deinem eigenen Inneren.


Wenn du dich im König wiedererkennst

Vielleicht spürst du auch:
„Ich habe viel Ton – aber meine Schale ist leer.“

Dann ist mit dir nichts „falsch“.
Das existentielle Vakuum ist ein sehr menschliches Phänomen unserer Zeit.
Aber du musst nicht darin stecken bleiben.

AndrasM ☀️

#Logotherapie #ViktorFrankl #ExistentiellesVakuum #Sinnfinden #PsychischeGesundheit #Therapie #MentalHealth #Existenzanalyse

 

Als Therapeut / Logotherapeut begleite ich Menschen genau an diesem Punkt:
Von innerer Leere hin zu persönlichem Sinn – Schritt für Schritt, ganz konkret und alltagstauglich.

Wenn du magst, melde dich – ich unterstütze dich gerne.

👉 Mehr Informationen und Kontakt


Kommentare

Noch keine Kommentare.

Kommentar schreiben

Wir benutzen Cookies
Wir verwenden Cookies sowie externe Inhalte. Bei Zustimmung werden externe Inhalte (z.B. ProvenExpert-Bewertungssiegel als externe Grafik) von Drittanbietern geladen; dabei erfolgt technisch bedingt eine Verbindung zu deren Servern, wodurch z.B. Ihre IP-Adresse übermittelt werden kann. Details finden Sie in der Datenschutzerklärung.
CookieHint and Consent by reDim GmbH