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02.032026

Panikattacken

Wenn die innere Glocke schlägt – was bei Panikattacken helfen kann

Panikattacken kommen häufig vor. Für die Betroffenen sind sie oft zutiefst beängstigend. Das Herz rast, die Brust wird eng, der Atem stockt, der Kopf füllt sich mit katastrophischen Gedanken. Viele erleben in solchen Momenten das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder „nicht mehr richtig da“ zu sein.

Dabei hat Panik meist nicht nur eine einzige Ursache. Hinter ihr können verschiedene Themen stehen: alte Ängste, innere Überforderung, ungelöste Konflikte, das Gefühl von Wertlosigkeit oder auch eine tiefe empfundene Sinnlosigkeit. Die Panik ist dann oft nicht der eigentliche Ursprung, sondern ein Symptom – ein Ausdruck von etwas, das im Innern schon länger drängt.

Die Geschichte vom Glockenturm

Ich denke dabei an das Bild eines Mannes, der am Abend durch eine alte Stadt geht. Plötzlich beginnt hoch oben im Glockenturm eine Glocke laut zu schlagen. Der Klang fährt ihm durch Mark und Bein. Er erschrickt, sein Herz rast, seine Brust wird eng, ihm wird schwindlig.

Sofort schiessen ihm Gedanken durch den Kopf:
Ich kippe um. Ich verliere die Kontrolle. Mit mir stimmt etwas nicht.

Je mehr er versucht, der Angst zu entkommen, desto stärker wird sie. Er läuft schneller, doch die Glocke scheint ihn überallhin zu verfolgen.

Da sitzt am Brunnen eine alte Frau. Sie sieht ihn an und sagt ruhig:
„Bleib stehen. Du musst nicht vor der Glocke davonlaufen.“

Der Mann antwortet:
„Aber ich halte das nicht aus.“

Die Frau sagt:
„Dann halte nicht die Glocke auf. Halte dich selbst.“

Sie bittet ihn, beide Füsse fest auf den Boden zu stellen. Den Stein unter seinen Sohlen zu spüren. Eine Hand auf die Brust und eine auf den Bauch zu legen. Nicht um die Angst wegzumachen, sondern um sich zu erinnern: Ich bin noch da.

Dann fordert sie ihn auf, sich umzusehen und zu benennen, was real da ist: den Brunnen, ein beleuchtetes Fenster, einen Baum, den Wind im Gesicht, den kalten Boden unter den Füssen.

Langsam wird sein Atem ruhiger.

Und dann sagt sie zu ihm:
„Die Glocke ist laut. Aber sie ist nicht die ganze Stadt. Die Angst ist stark. Aber sie ist nicht dein ganzes Wesen.“

Schliesslich verstummt die Glocke wieder. Der Mann ist noch da. Er ist nicht zerbrochen. Er ist geblieben.

Was diese Geschichte zeigt

So erleben viele Menschen eine Panikattacke: wie eine innere Glocke, die plötzlich und mit voller Wucht losschlägt. Alles in ihnen wird alarmiert. Der Körper geht in höchste Anspannung. Die Gedanken werden eng und bedrohlich.

Gerade dann wollen viele die Angst sofort loswerden. Doch oft verstärkt der Kampf die Panik noch mehr. Der erste hilfreiche Schritt ist meist nicht das Wegmachen, sondern das Wieder-Ankommen.

Es geht darum, sich selbst zu verankern:

  • die Füsse auf dem Boden zu spüren

  • den Atem zu begleiten statt gegen ihn anzukämpfen

  • die Umgebung bewusst wahrzunehmen

  • sich innerlich zu orientieren

  • sich daran zu erinnern: Ich bin nicht meine Angst. Ich erlebe sie gerade.

Was in einem akuten Moment helfen kann

Wenn eine Panikattacke kommt, können einfache Schritte helfen, wieder mehr Boden zu gewinnen:

  • Füsse spüren: Beide Füsse bewusst auf den Boden stellen und den Kontakt wahrnehmen.

  • Atmung begleiten: Nicht perfekt atmen wollen, sondern den Atem bewusst wahrnehmen und langsam verlängern.

  • Orientierung im Raum: 5 Dinge sehen, 4 Dinge fühlen, 3 Dinge hören.

  • Körperkontakt: Eine Hand auf die Brust, eine auf den Bauch legen.

  • Innere Sätze:
    „Ich bin in Sicherheit.“
    „Diese Welle geht vorbei.“
    „Ich bin noch da.“

Panik ist oft auch ein Hinweis

So wichtig Stabilisierung im Moment ist, so wichtig ist oft auch die spätere Frage:
Was will mir diese innere Glocke sagen?

Vielleicht gibt es in meinem Leben zu viel Druck.
Vielleicht lebe ich zu lange gegen meine eigenen Bedürfnisse.
Vielleicht trage ich alte Muster, Ängste oder Verletzungen in mir, die sich in solchen Momenten bemerkbar machen.
Vielleicht fehlt ein tragender Sinn, ein innerer Boden, der mich auch in schwierigen Zeiten hält.

Panik ist nicht einfach nur ein Defekt. Sie kann auch ein Hinweis sein, dass etwas in uns gesehen, verstanden und ernst genommen werden möchte.

Schlussgedanke

Die Glocke im Turm kann laut sein. Sehr laut.
Aber sie ist nicht die ganze Stadt.

Und auch eine Panikattacke ist nicht die ganze Wahrheit über einen Menschen. Sie ist eine Welle, ein Alarm, ein vorübergehender Zustand. Was hilft, ist oft nicht Härte gegen sich selbst, sondern ein ruhiges Zurückkehren: in den Körper, in den Atem, in den Moment.

Manchmal müssen wir die Glocke nicht sofort zum Schweigen bringen. Manchmal müssen wir nur wieder lernen, auf dem Boden zu stehen.

AndrasM ☀️

Panikattacken wirken oft beängstigend und isolierend. Doch man muss damit nicht allein bleiben. Wenn du dir Unterstützung wünschst, um die tieferen Ursachen besser zu verstehen und wieder mehr innere Stabilität zu finden, darfst du dich gerne bei mir melden.

👉 Mehr Informationen und Kontakt


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