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21.02.2026

Tagesentscheid

Wer bin ich Heute?

Ein Uhrmacher hatte eine besondere Gewohnheit. In einer großen Schublade lagen kleine Messingplättchen, sauber sortiert. Auf jedem stand nur ein Wort: geduldig, ehrlich, mutig, freundlich, fair, hart, gleichgültig – und viele mehr.

Jeden Morgen, noch bevor er die erste Uhr öffnete, nahm er ein Plättchen heraus und setzte es in einen kleinen Holzrahmen auf seiner Werkbank.

Als sein Lehrling ihn eines Tages fragte, was das solle, sagte der Uhrmacher:
„Das ist meine Tagesuhr. Sie erinnert mich daran, dass ich heute nicht einfach reagiere, sondern wähle.“

„Wähle was?“, fragte der Lehrling.

Der Uhrmacher legte eine alte Taschenuhr hin, deren Feder zu straff gespannt war.
„Wenn ich ungeduldig bin, werde ich zu grob. Wenn ich abgelenkt bin, übersehe ich den entscheidenden Widerstand. Die Uhr zeigt mir sofort, was ich getan habe – aber nicht, wer ich geworden bin. Dafür brauche ich diese Uhr.“

Gegen Mittag kam eine Kundin herein, sichtbar gestresst. Sie schimpfte über den Preis, über die Wartezeit, über die ganze Welt. Der Lehrling spürte, wie Ärger in ihm aufstieg: So redet man nicht mit mir.

Der Uhrmacher hörte zu. Er widersprach nicht sofort. Er stellte zwei einfache Fragen und sprach dann ruhig und klar. Nach wenigen Minuten veränderte sich die Atmosphäre. Die Kundin atmete aus, schaute kurz zu Boden und sagte leise: „Entschuldigen Sie… ich hatte einen schlechten Tag.“

Als sie gegangen war, zeigte der Uhrmacher dem Lehrling zwei Plättchen, die nebeneinander lagen: freundlich und hart.

„Beides wäre heute möglich gewesen“, sagte er. „Und beides hätte sich im ersten Moment ‘richtig’ anfühlen können. Aber ich möchte abends nicht nur sagen: Ich habe den Tag überstanden. Ich möchte sagen können: Ich habe ihn in einer Haltung gelebt, die ich verantworten kann.

Der Lehrling fragte: „Und wenn du dich trotzdem mal vergreifst?“

Der Uhrmacher nahm das heutige Plättchen aus dem Rahmen und ersetzte es durch ein anderes: wiedergutmachen.
„Dann entscheide ich nicht für gestern“, sagte er, „sondern für den nächsten Schritt.“

Hier berührt die Geschichte etwas sehr Logotherapeutisches: Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen kleinen Raum. In diesem Raum liegt unsere Freiheit – nicht die Freiheit, alles zu kontrollieren, aber die Freiheit, Stellung zu nehmen. Und diese Stellungnahme geschieht selten in einem großen heroischen Moment. Meistens geschieht sie unscheinbar: im Tonfall, im Blick, in einer Pause, in der Entscheidung, nicht zurückzuschlagen.

Jeden Tag entscheidest du neu, was für ein Mensch du bist.
Nicht, indem du dich neu erfindest – sondern indem du im Kleinen wählst, wofür du stehen willst.

AndrasM ☀️

Bist du dir  bewusst, dass für dein Leben, deine Aktionen du verantwortlich bist? Nicht dieanderen sind schuld wenn du ausrastet, es ist einzig und alleine as was du machst. Hast du Mühe und "es geschieht", dann unterstütze ich Dich gerne dabei, wieder dein Steuer in die Hand zu nehmen.

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